• RE: Digitales Reamping - Di Box?

    @lisak sagte:

    <p>@alexanderfriedrich Ich muss mich echt bedanken für die ausführliche Hilfe. Bin wirklich froh, hier gefragt zu haben. Ich glaub, ich werd mir dennoch eine DI-Box zulegen. Sicher ist sicher. Ich hab auf jeden Fall so einen Hi-Z Eingang. Weißt du, ob man für Gesang dann auf Line wechseln sollte? Ich denke ja schon, oder? </p>

    Hi Lisa!

    Dein Interface hat höchstwahrscheinlich eine klassische Kombibuchse, wie sie heutzutage an vielen kleineren Interfaces und Mixern zu finden sind. Du kannst also entweder Klinke (Line, Hi-Z) oder XLR (Mic) anschließen (beides zeitgleich geht bei Kombibuchsen nicht). Der Schalter "Line/Hi-Z" bezieht sich also auf den Verstärkungsgrad und die Eingangsimpedanz des Klinkenanschlusses und hat in der Regel keinen Einfluss auf den XLR-Anschluss, wo stets ein Mikrofonsignal erwartet wird. Wenn du ein Mikrofon an dein Interface anschließt, wird normalerweise der XLR-Anschluss verwendet, der fest mit dem Mikrofonpreamp des Geräts verbunden ist. 

    Falls du einen zusätzlichen, externen Mikrofonvorverstärker verwendest, schließt du diesen aber natürlich an den Line-Eingang deines Interfaces an und solltest dann auch auf Line-Level schalten. Eine doppelte Vorverstärkung des Mikrofonsignals ist natürlich nicht nötig. Falls dein Mikro einen Klinkenanschluss besitzt, solltest du einen Adapter (Klinke -> XLR) bzw. ein entsprechendes Kabel verwenden, um es korrekt mit dem Mikrofonvorverstärker und nicht dem Line-/Instrumentenverstärker zu verbinden.

    Liebe Grüße aus den HOFA-Studios!

    Christoph

    P.S.: Unterschätze nicht den Soundeinfluss einer DI-Box! Vor allem passive Pickups sind wählerisch und häufig kann ein schlechter/unpassender DI-Anschluss dem Signal das Feeling rauben. Solang es bei deinem simplen Workflow bleibt, braucht es aber weder DI-Box noch einen zweiten Eingang.

    Verfasst in Recording
  • RE: Pre-Amp in Mixer: Line-In oder Insert?

    @alexanderfriedrich Geht natürlich beides, aber es gibt eigentlich nur einen "richtigen" Signalfluss: Mic -> Preamp -> Line-In des Mischpultkanals (selbstverständlich auf Line-Level). Du hast dann deinen (hoffentlich) schönen, externen Preampsound und anschließend steht dir der volle Kanalzug des Mischpults zur Verfügung. Wenn du mal den Mic-Pre des Pults verwenden möchtest, schaltest du einfach auf den Mic-Input um.

    Wie du auch im Blockschaltbild sehen kannst, ist der Mic-Preamp in der Regel einfach nur ein vorgeschalteter Verstärker vor dem Line-Amp. Dein externes Gerät ersetzt lediglich diesen Vorverstärker. Der Line-Amp kann in der Regel einfach bei Unity (0 db) stehen bleiben, gibt dir aber auch eine zusätzliche Gain Staging-Möglichkeit. Den Sound beinflusst er übrigens in der Regel kaum.

    Der Insert-Return ist eigentlich nur dafür gedacht, ein zusätzliches Line-Gerät einzuschleifen. Deswegen auch ohne Gain/Trim. Insert-Send und Return sind übrigens bei kleinen und günstigeren Pulten häufig unsymmetrisch auf einer gemeinsamen Klinkenbuchse ausgeführt, was natürlich ebenfalls suboptimal ist. Außerdem willst du vielleicht ja mal einen Kompressor/EQ/Whatever in den Insert einschleifen, dann ist es natürlich blöd, wenn die Return-Buchse belegt ist.

    Hope that helps! Liebe Grüße aus den HOFA-Studios!

    Verfasst in Recording
  • RE: Dynamik behalten

    Hey Gert! Eigentlich eine ganz einfache Sache: Wer Dynamik "behalten" möchte, darf sie einfach nicht reduzieren, sei also einfach sparsam mit Kompression und Limiting, Sättigung, Level Riding und co. Je nach Stil, Genre und Aufnahmetechnik braucht man im Mix gar nichts oder fast nichts davon. Wenn es nicht ohne geht, kannst du z.B. parallel komprimieren, wie Chrizz vorgeschlagen hat.

    Auf Vinyl und Tonband ist das eine hohe Kunst, Digital ist das ziemlich einfach: Ordentliches Gain Staging, möglichst so aufnehmen, dass nicht viel gemischt werden muss (das braucht natürlich etwas Erfahrung) und insgesamt die Signalpfade einfach und kurz halten, dann "verschwindet" die Dynamik auch nicht. Expandieren, um künstliche Dynamik zu erzeugen ist in den meisten Fällen unsinnig. Pegeldynamik an sich ist aber natürlich nicht audiophil oder musikalisch, da muss die Aufnahme bzw. die Mischung stimmen. Und logischerweise stehen sich Lautheit und Dynamik gegenüber - man kann also nicht immer beides haben.

    Tipp für dynamisch klingende Vocals: Geh bloß nicht zu nah dran mit dem Mikro. Lass Luft und Raum die Arbeit machen.

    Verfasst in Mixing
  • Q&A mit Oliver Pinelli im Livestream - stellt eure Fragen!

    Hallo liebe Community,

    Für den Workshop am 28.01. laden wir Platin-Produzent Oliver Pinelli (Enrique Iglesias, Helene Fischer, Yvonne Catterfeld uvm.) zu einem Live Q&A ein.
    Stellt einem Profi eure Fragen rund um die Themen Musik- und Vocalproduktion. 

    Schreibt uns hier schon eure Fragen in die Kommentare.

    Oliver versucht so viele davon wie möglich zu beantworten.

    Der Livestream wird im Online-Campus und auf YouTube übertragen.

    Wir freuen uns auf eure Fragen!

    Viele Grüße

    Paul Batz

    Verfasst in HOFA-College
  • RE: Fetter Metal Snare Sound

    @skylarkstudios Auch ein guter Ansatz. Blumlein klingt ziemlich cool als Hauptmikrofonierung. Unter den Konzidenzstereofonien hat Blumlein die geringste Stereokorrelation und kann natürlich auch die Rückseite abbilden (was gleichermaßen praktisch und "gefährlich" sein kann); ich kann die Vorliebe also gut nachvollziehen. Für die Stereo-Größe, die du suchst, würde ich aber die Room-Mics verteilen (gerne zusätzlich zur Blumlein-Hauptmikrofonie). Macht tendenziell etwas mehr Arbeit und man muss natürlich gut auf Phase und Zusammenklang achten, aber nur so wirds richtig groß. Extra-Tipp: Versuch's mal mit Grenzflächen auf dem Boden und/oder an den Wänden. Wenn man oben und unten trennt, ist man noch flexibler -  z.B. zwei Großmembraner auf ca. 1,5 - 2,5 m Höhe in einem breiten, gleichschenkligen Dreieick zur Snare und zusätzlich zwei SM57 direkt darunter auf den Boden legen. Bei hohen, diffusen Decken (was grundsätzlich immer gut ist, v.a. für Drums) kann man überlegen, auch die Decke mit zu nehmen, das sind natürlich vor allem ein "Beckenraum", aber vor allem für dreidimensionale Produktionen ist die Höhe oft gut zu gebrauchen.

    P.S.: Overheads mache ich persönlich fast immer mit Großmembranern oder Bändchen. Unter den Kleinmembranern kämen für mich am ehesten KM184, KM84 oder ein Paar fein färbende Spezialisten infrage.

    Verfasst in Mixing
  • RE: Fetter Metal Snare Sound

    @skylarkstudios Hey Skylark! Ich kann im Moment auch nur vom Hören raten, aber das ist ein recht klassischer Metal/Hardrock-Sound, verhältnismäßig laut gemischt und gut hörbar. Ich würde das ungefähr so angehen: Das wichtigste ist erstmal die richtige Snare, die richtigen Felle und die richtige Stimmung - also auf keinen Fall an der Klangquelle Zeit sparen. Sowie natürlich die Spielweise (möglichst gleichmäßig, Rimshot is the way to go, viele spielen sowas gern auch mit umgedrehtem Stick), außerdem braucht man einen großen, gut klingenden Aufnahmeraum. Die Aspekte greifen zusammen und machen 70% des Sounds aus. Ohne Kompression geht aber natürlich nix in diesem Sektor. Neben dem Snare-Direktsignal wird klassischerweise auch der Raum mikrofoniert (probiere als Ausgangspunkt mal mindestens 1-2 breite ABs mit ausgemessenem Abstand zur Snare) und sehr stark komprimiert (1178 all buttons "Nuke" usw.). Unterschätze auch nicht, was die Overheads dem Snaresound hinzufügen, die Direktmikros sind nur ein kleiner Teil des Bildes. Außerdem wird vor allem auf der Snare noch ein wenig künstlicher Reverb hinzugefügt (versuch's mit Plate). Wenn du nicht ganz zum gewünschten Ergebnis kommst, darf ein bisschen mit Samples angedickt werden; am besten am Schluss der Session einzelne Schläge aufnehmen, womit man etwaige Ungleichmäßigkeiten oder sogar Spielfehler ausgleichen kann.

    Verfasst in Mixing
  • RE: Hofa Plugins Native auf Apple M1?

    Aktuelle Info aus dem HOFA-Plugins-Büro:

    Das Update für IQ-Series DeEsser (V1.0.7) mit M1 Support wurde soeben released. Damit sind nun alle 4U / IQ-Series / SYSTEM Plugins mit nativem M1-Support ausgestattet und auch offiziell auf Monterey getestet.

    Verfasst in Plugins & Software
  • RE: Offline vs. Realtime Bounce

    @schnittsmusiker Gut, dass du gegengeprüft hast! Das reproduzierbare Ergebnis ohne Plugins war zu erwarten. Einige Plugins/Geräte verhalten sich nicht reproduzierbar- typische Kandidaten  sind analoge Emulationen (Rauschen, ggf. Brummen, Wow/Flutter, etc.) und alle Formen von Modulationseffekten (Reverbs, Delays, Chorus, Flanger, etc.). Ich würde raten, dass vor allem die Bandemulation auf deinem Mix Bus in diesem Fall für die unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich ist. Und ich gehe davon aus, dass es erwünschtes Verhalten ist, schließlich erwartet man von einer Tape Emulation neben nonlinearem Verhalten auch etwas Wow und Flutter, die unabhängig vom DAW-Raster takten.

    Übrigens schalten viele Plugins beim Offline-Bouncing ins Oversampling (das kann häufig auch einzeln eingestellt werden), was natürlich ebenfalls zu Unterschieden zwischen den Bounces führen kann. Ich würde also erstmal von gewünschtem Verhalten ausgehen, habe aber auch schon viele Formen von fehlerhafter Latenzkompensation erlebt, dann liegt der Fehler meist beim Host.

    Offline und Online Bounce funktionieren grundsätzlich erstmal gleich. Beim Offline Bounce werden die Samples nur nach Rechenkapazität nacheinander abgearbeitet statt in Echtzeit, das geht in der Regel schneller, kann aber auch länger dauern als Echtzeit und da sozusagen das Material auf die CPU wartet (wenn nötig), sind Offline Bounces entgegen der landläufigen Meinung weniger störanfällig und erlauben im selben Setup eine höhere Auflösung als Online Bounces.

    Verfasst in Mixing
  • RE: An die Cubase 10 Experten - Exportieren failed

    @tongut Gut zu wissen! Das Problem war mir neu. Danke für's Teilen deiner Erkenntnis!

    Verfasst in Musikproduktion