@JochenWeyer Hier gerne ein paar infos wie der Mix entstand.
Für mich als Keyboarder und Trompeter war der Song mit Brass-Section, Orgel und eher wenig Bratgitarre schon mal prinzipiell interessant. :-)
Das ganze sollte einen Livetouch mit viel Backgroundchor im Refrain haben.
Die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte war ungefähr:
- Gruppen + Busse anlegen, Volume grob justieren
- Panning
- Drums Mix. Da waren teilweise unorthodoxe Spuren wie Cajon, Shoulder, etc. dabei, über deren Sinn und Zweck ich mir erstmal klar werden musste. Die Ride Spur ist z.B. bis auf einen Teil wo das Ride tatsächlich spielt zu. Die Claps wurden in die Breite gepannt. Klar, die Toms brauchen Raum und tragen über große Teile den Groove. Auf dem Drum-Buss brauchte ich diesmal sogar MultiBand-EQ und Limiter. Der EQ der Kick ist heftigst verbogen, zum Teil unter Berücksichtigung der Stimmung der Kick, z.B. Eingriff bei Grundton und Oktave. Einzig auf der Snare ein Gate.
- Bass, hier war etwas Verzerrung oberhalb der tiefen Mitten angesagt.
- Lead Vocals: Heftig die Höhen angehoben, De-essing bei 8,6k, etwas Delay, etwas Vintage Kompressor.
- Brass Section, wichtig war eine vernünftige Balance zwischen den einzelnen Stimmen. Eq besteht größtenteils aus low cut mit etwas Anhebung durch höheren Q-Factor.
- Rest, der BG-Chor wurde auf Breite und Größe getrimmt. Die Orgel wurde kräftig Volume automatisiert, ...
- Finetuning + Automation
- Ein wenig Mastering: Summe etwas breiter, etwas Compressor, -24dB auf Seitensignal unterhalb 160Hz, Limiter, ...
Heute (nach ein paar mehr Kapiteln aus dem Pro Kurs) würde ich evtl. die Vocals vor den Drums abmischen.
DAW war Studio One mit eingeschaltetem Console Shaper für Master und Drum-Buss, Plugins hauptsächlich IQ-Eq, Klanghelm MjuC, hier und da etwas Transient Shaping. Als Reverb kam der IQ-Reverb zum Einsatz. Teilweise wurde davon eine Instanz direkt und für andere Spuren indirekt über ein Delay gespeist. D.h. dieselbe Instanz wurde für verschiedene Spuren mit unterschiedlichem Predelay genutzt.
Mindestens beim Finetuning von Kick und Bass kam ein Analyser zum Einsatz.
Frei nach Andrew Scheps gibt es einen Crank-Effektweg mit heftigst Kompression den die allermeisten Spuren als Send-Effekt ansteuern und der dann soweit zugemischt wurde, bis eine gewisse Fatness erreicht war.
Das wär was mir so einfällt, lasst hören falls ihr noch an anderen Infos interessiert seit.