Ich hab nochmal ein paar Erfahrungsberichte gelesen und weiter mit dem Plugin rumgespielt und noch folgendes festgestellt:Andere User bestätigen die beschränkte Analyse auf 4-10 Sekunden, es findet also kein komplettes Offline-Processing wie z.B. beim IQ-Analyser statt.Auch wenn Neutron auf anderen Spuren geöffnet ist nimmt die Software KEINE Rücksicht auf den Frequenzverlauf anderer Spuren, bzw. des gesamten Mixes. Das bedeutet wenn man z.B. den Bassbereich mit mehreren Spuren überlädt wird Neutron dieses Problem nicht lösen, sondern jede Spur unabhängig für sich bearbeiten.Um überlappende Frequenzbereiche zu bearbeiten gibt es eine Masking-Anzeige, bei der der Frequnzverlauf von zwei Spuren und die jeweiligen Überlappungen angezeigt werden. Gleichzeitig kann man beide Spuren im selben Fenster mit dem EQ bearbeiten. Im Prinzip könnten man das auch mit dem IQ-Analyser und zwei Instanzen des IQ-EQ machen, hier hat man halt alles in einem Fenster was teilweise als Vorteil gesehen wird. Das Handbuch weist übrigens ausdrücklich darauf hin, dass nicht alles "Masking" automatisch unerwünscht sind - hier muss also der Audio Engineer entscheiden.Das Dynamikmodul mit Erkennung finde ich nicht besonders beeindruckend, hier wird m.E. oftmals zu viel komprimiert. Das klingt im ersten Moment gar nicht schlecht, bis einem dann auffällt, dass die Dynamik ziemlich hin ist und der Song nur dahinplätschert.Nach weiteren Tests muss ich allerdings gestehen, dass die EQ-Sektion in Verbindung mit dem Exciter manchmal doch verblüffend gute Ergebnisse liefert. Die dabei entstehenden Kurven sind für mich teils nicht wirklich offensichtlich - einzelne Bänder werden z.B. dynamisch bearbeitet. Ich habe mal einen Vergleich gemacht und einige Spuren hat das Ding doch tatsächlich "schöner" EQd als ich. Es ist scheinbar sehr gut darin, Resonanzen automatisch zu entdecken.Wer die "Advanced" Edition hat, kann die EQ Sektion auch als einzelnes Plugin nutzen. In diesem Fall gibt es dann eine "Learn" Funktion, die ein paar Frequenzbänder vorauswählt, ohne diese anzuheben oder abzusenken. Da spart man sich unter Umständen Zeit diese mit dem Analyser zu suchen. Nachteil: Für die Zeitersparnis muss man dann natürlich auch die mitgelieferten Effekte benutzen oder halt alle Einstellungen in seine Lieblingsplugins übertragen, was den Zeitvorteil aber evtl. wieder zunichte machen würde.Die EQ-Sektion könnte ich mir als Lern-Werkzeug vorstellen: Erst die Spur selber bearbeiten, dann schauen was die Software vorschlägt und ob es besser klingt. Falls ja, dann vergleichen, wo die Unterschiede liegen, falls nicht einfach ignorieren. Oftmals ist es auch nur spannend z.B. ein einzelnes Band des Neutron-EQs zu übernehmen.Vorläufiges Fazit: Spannendes Konzept für die Zukunft bei der Frequenzbearbeitung, der Rest eher so lala. Jeder kann sich also beruhigt für den nächsten HOFA-Kurs anmelden, kein Audio-Engineer wird dadurch überflüssig.